Susanna Kraus

Schauspielerin, Künstlerin, Fotografin und künstlerische Leitung der IMAGO Camera

 

Susanna Kraus ist in München geboren und aufgewachsen. Erste Berührungen mit der Fotografie kamen über Ihre Mutter, die Modefotografin Karin Kraus. In ihrer Jugend nutzte sie die Gelegenheit, alles über analoge Fotografie zu lernen und ihrer Mutter in der Dunkelkammer sowie am Set zu assistieren.

Anfang der 80er Jahre zur Schauspielerin an der Münchner Otto Falkenberg Schauspielschule ausgebildet, spielte Susanna Kraus fünfundzwanzig Jahre an verschiedenen Theatern im deutschsprachigen Raum und bei Fernsehen und Film.

Ab 2005 hat sich ihr Fokus wieder auf die Kunst der Fotografie verlagert. Sie leitete den Wiederaufbau der weltweit einzigartigen analogen IMAGO Camera, einer großformatigen, begehbaren Kamera, die von ihrem Vater, dem Wissenschaftler Werner Kraus, Anfang der 70er Jahre erfunden wurde und die es ermöglicht in ihrem Innenraum lebensgroße analoge schwarzweiß Ganzkörper-Portraits aufzunehmen.

Julien Reitzenstein

Historiker und Autor

 

Als Historiker forscht und lehrt Julien Reitzenstein Zeitgeschichte mit den Schwerpunkten NS-Ideologie und Shoa. Er hat mehrere wissenschaftliche Bücher dazu publiziert. Er befasst sich zudem mit verfolgungsbedingtem Vermögensentzug während des NS-Regimes. Die Ausplünderung der Opfer war integraler Bestandteil des Verbrechens der Shoa.

Als Autor betrachtet Julien aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen in ihrem historischen Kontext. Seine Essays und Kolumnen erscheinen regelmäßig in verschiedenen Zeitungen und Magazinen.

Im Mittelpunkt von Julien Reitzensteins Wirken innerhalb und außerhalb des akademischen Betriebs steht sein Bestreben, die für die meisten Betrachter nicht fühlbaren Begriffe „die Opfer“ oder „die sechs Millionen“ fühlbar zu machen. Dies insbesondere durch das Heranführen des Betrachters an konkrete Menschen mit ihren Biographien, Ihren Lebensentwürfen, ihren Plänen – fühlbare Persönlichkeiten. Dies geschieht beispielsweise bei seiner Buchreihe „Steinerne Zeugen“, die Villen als Lebensorte jüdischen Großbürgertums mit ihren Bewohnern vorstellt. Dies geschieht genauso im Projekt „Wir! Sind! Hier!“, wo fühlbar wird, was das abstrakte Wort Antisemitismus für den Einzelnen konkret bedeuten kann und im Holocaust bedeutet hat.